{"id":2287,"date":"2022-11-26T11:14:08","date_gmt":"2022-11-26T10:14:08","guid":{"rendered":"http:\/\/indien.mayser-dr.de\/?p=2287"},"modified":"2022-11-27T10:12:41","modified_gmt":"2022-11-27T09:12:41","slug":"25-november-2022","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/indien.mayser-dr.de\/?p=2287","title":{"rendered":"25. November 2022"},"content":{"rendered":"<p>Vor zwei Tagen hatten wir hier einen stundenlangen <strong>Stromausfall<\/strong>. Da sa\u00df ich beim Schein einer Kerze und schrieb den folgenden Text erst einmal auf Papier. Interessant am eigenen Leib zu erleben, was Stromausfall bedeutet. (Der Clou kommt am Schluss.)<\/p>\n<p>18 Uhr Sonnenuntergang, und dann ist es sofort (keine D\u00e4mmerung) richtig dunkel. Kein Licht = (einige wenige) Kerzen: gem\u00fctlich, aber funzelig; hoffenlich haben wir genug davon.<br \/>\nKein Strom = kein WLAN\/Internet. Die schmalbr\u00fcstige kenianische prepaid SIM-Karte ist schnell aufgebraucht. Au\u00dferdem zieht das Handy auf der vergeblichen Suche nach WLAN viel Akkuleistung; das hei\u00dft: bald leer. In der Nachbarschaft hier ratterten einige Dieselgeneratoren.<\/p>\n<p>Im Slum ist seit Tagen ein Transformator kaputt und wahrscheinlich noch l\u00e4nger. M\u00f6glicherweise deshalb, weil viele Leute versuchen, illegal Strom anzuzapfen. In Baraka haben wir einen Generator, der l\u00e4uft morgens schon, wenn wir ankommen. Und der macht schon die Unterhaltung schwierig, das Abhorchen von Lunge und Herz erst recht. Auch muss er nach f\u00fcnf Stunden Pause machen; zur Mittagspause\/Generatorpause herrliche Ruhe. Aber dann l\u00e4uft auch die EDV nicht mehr, und auch das WLAN\/Internet nicht. Die UPS (u<span lang=\"en-Latn\">ninterruptible Power Supply<\/span>) sichert wenigstens die eingegebenen Daten. Das zeigt, wie abh\u00e4ngig wir vom Strom geworden sind. Ohne Strom k\u00f6nnen meine Nurses und ich wenigstens noch Gipse machen, Abszesse spalten und die f\u00fcrchterlichen chronische Geschw\u00fcre (, deren Bilder ich Euch erspare,) verbinden. Aber sonst l\u00e4uft nichts. Was mich immer wundert, ist die Ruhe, mit der die Patienten das ertragen.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df gar nicht, wie die Menschen in den H\u00fctten um uns herum das anstellen. F\u00fcr&#8217;s Handy-Laden geht man zu Freunden in einem anderen Teil des Slums, wo es noch Strom gibt. Unsere Mitareiterinnen stecken morgens als erstes ihre Ladeger\u00e4te in die Steckdosen.<\/p>\n<p>Kein Strom = kein warmes Abendessen. Zum Gl\u00fcck haben wir einen klapprigen Gasherd. Wenigstens k\u00f6nnen wir die Suppe, die Stella &#8211; wie immer hervorragend &#8211; gekocht hat, aufw\u00e4rmen.<br \/>\nOhne Strom laufen auch die Wasserpumpen nicht, die unsere Tanks auff\u00fcllen; hoffentlich sind sie gut gef\u00fcllt. Dann versteht man auch, warum neben jedem Klo ein Wasserbottich steht.<\/p>\n<p>Interessant, ein bisschen wie Mittelalter oder noch vor 200 Jahren bei uns &#8211; oder im Krieg. F\u00fcr weltweit viele Menschen allt\u00e4gliche Realit\u00e4t. Sowas sollte man ab und zu mal erleben; vielleicht r\u00fcckt es unseren Horizont ein bisschen gerade. (Soweit das im Dunkeln Geschriebene.)<\/p>\n<p>Mitten am Abend gab es dann wieder Strom. Der Clou: als ich das am n\u00e4chsten Morgen mit Janerose, meiner \u00dcbersetzerin, erz\u00e4hlte, erfuhr ich, dass die Abschaltung l\u00e4ngst vorher bekannt war und ganz Nairobi County betraf; nur hatte uns das niemand mitgeteilt.<br \/>\nWenn es nicht bew\u00f6lkt gewesen w\u00e4re, h\u00e4tte ich in der Dunkelheit endlich einen sch\u00f6nen Sternhimmel gesehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor zwei Tagen hatten wir hier einen stundenlangen Stromausfall. 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